Ein Jahr voller Wirkung

2025 stand für Hanseatic Help unter dem Motto “Gemeinsam. Wirksam”. Im Jahresbericht erfahrt ihr mehr über Zahlen, Fakten und Projekte. Wir lassen Stimmen aus der Organisation und unserem Netzwerk zu Wort kommen und zeigen, was wir gemeinsam geschafft haben.

Highlights des Jahres

Das vergangene Jahr war für uns ein ganz besonderes: Hanseatic Help hat nicht nur sein 10-jähriges Bestehen gefeiert und eine Auszeichnung erhalten, sondern auch zahlreiche Projekte umgesetzt. Gemeinsam mit großartigen Helfenden und zahlreichen Unternehmenspartnern konnten wir viel bewegen. Klickt euch durch die folgenden Highlights!

Januar

Bei der Kleiderspendenannahme mit den Hamburg Towers werden viele warme Sachen gespendet. Hanseatic Help darf außerdem bei den Lessingtagen im Thalia Theater mit einer Upcycling-Aktion zu Gast sein: Das Publikum designt aus aussortierten Textilien Patchworkdecken, die live vor Ort genäht werden.

Februar

In Deutschland und Hamburg wird gewählt; Hanseatic Help setzt mit einem eigenen “Wahltag” ein wichtiges Zeichen für Demokratie und Vielfalt. Unser Partner FABRIC veranstaltet Upcyclingworkshops, bei denen Babydecken für unsere Hello Baby Bags entstehen.

März

So geht nachhaltige und effiziente Auslandshilfe: Hanseatic Help koordiniert und finanziert die Abholung von 180 Krankenhausbetten, die aufgrund von TÜV-Bestimmungen ausgemustert wurden. In der Ukraine werden die Betten, die sich in einwandfreiem Zustand befinden, dringend gebraucht. Nur ein Beispiel dafür, wie unser Auslandshilfe-Netzwerk funktioniert.

April

Rund 500 Modefans kleiden sich auf unserer Kleidertauschparty neu ein und tragen aktiv dazu bei, dass Kleidungsstücke länger genutzt werden und weniger Neues eingekauft werden muss. Auch beim Haspa Marathon ist Hanseatic Help vertreten und nimmt gespendete Sportartikel der Teilnehmenden an, um Menschen mit geringen finanziellen Mitteln gesellschaftliche Teilhabe durch Sport zu ermöglichen.

Mai

Eine Delegation von Bundesfreiwilligen und jungen Teammitgliedern repräsentiert Hanseatic Help in Berlin auf dem Jugendengagementkongress. Das Engagement von jungen Menschen ist uns ein großes Anliegen.

Juni

Unsere Geschäftsführerin Claudia Meister kommt viel rum: Bei der NDR-Podiumsdiskussion “Verein(t) im Norden” betont sie den hohen Stellenwert des Ehrenamts. Im türkischen Hatay ist sie beim Spatenstich für eine neue Kita mit dabei, die unter anderem dank Hamburger Spendengeldern für die Erdbebenhilfe gebaut werden kann.

Juli

Wir lieben Kunst! Darum ist es eine große Ehre, bei der Millerntor-Gallery Werke von maens, fraujule* und anderen Künstler*innen präsentieren und für den guten Zweck verkaufen zu können. Unter ehrenamtlicher Regie entsteht unser Podcast „Mythos Messehallen“ , der auf die Anfangszeit von Hanseatic Help zurückblickt.

August

Über 1.000 Campingartikel können dank des kräftezehrenden Einsatzes von 139 Freiwilligen auf vier großen Festivals für die Obdachlosenhilfe gesammelt werden. Elf Künstler*innen gestalten gemeinsam unsere Fassade neu und setzen mit ihren Werken die Botschaft „You’ll never help alone!“ um.

September

Am 20.09. feiern wir das zivilgesellschaftliche Engagement mit vielen Gästen und bei bestem Wetter! Auf der Bühne steht neben Musikacts wie Pohlmann, Michèl von Wussow und Frank Spilker auch Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer. Für die Aktion “Fairer Schulstart” werden zahlreiche Ranzen gespendet. 1636 von ihnen können direkt mit Schulmaterial gefüllt und über Organisationen und unsere Hanseatic Help Stores an Familien in finanziellen Notlagen weitergegeben werden.

Oktober

Hanseatic Help wird mit dem Max-Brauer-Preis der Alfred Toepfer Stiftung ausgezeichnet. Zahlreiche Prominente wie Bosse, Jennifer Weist, Yared Dibaba, Anna Depenbusch oder Michel Abdoullahi gratulieren Hanseatic Help zum 10-jährigen Bestehen. Unser LKW macht Halt am Volksparkstadion. Gemeinsam mit dem HSV wurde zu Kleiderspenden für die #wärmegeben-Kampagne aufgerufen und sehr viele Fans geben ihre Winterjacken, Schlafsäcke und Co. vor dem Heimspiel ab.

November

#wärmegeben on Tour: Zusammen mit der HOCHBAHN ist Hanseatic Help in der ganzen Stadt unterwegs und sammelt warme Kleidung für Menschen in Not. Die Sachen werden möglichst schnell von fleißigen Helfer*innen sortiert und weitergeleitet. Die Bilanz zum Abschluss von #wärmegeben: insgesamt 410.000 ausgegebene Artikel von Oktober 2025 bis Februar 2026.

Dezember

Gemeinsam mit elf Unternehmen ermöglicht Hanseatic Help 2.500 Weihnachtspäckchen für Menschen mit geringem Einkommen. Dank der tollen Kooperation mit der HOCHBAHN fährt ab sofort ein “Engagement”-Bus durch Hamburg, der das Ehrenamt feiert und Menschen dazu einlädt, sich bei Hanseatic Help zu engagieren.

Weniger Spenden, gleicher Einsatz: Wie Hanseatic Help 2026 gegensteuert

Die Spendenbereitschaft in Deutschland sinkt. Das spüren gemeinnützige Organisationen bundesweit. Johannes Tomczak, verantwortlich für Fundraising & Partnerschaften bei Hanseatic Help, erklärt im Interview, wie der Verein damit umgeht, welche neuen Wege er beschreiten möchte und warum dauerhafte Geldspenden 2026 wichtiger sind denn je.

Hannes, du hast Ende 2025 ein Zeitungsinterview zum Thema rückläufige Geldspenden gegeben. Hat sich seitdem etwas verändert?

Tatsächlich sind rückläufige Spendeneinnahmen kein Phänomen von Hanseatic Help. Laut der neuesten Bilanz des Deutschen Stiftungsrates sind die Geldspenden in Deutschland 2025 um 9% zurückgegangen und erstmals spenden weniger als ¼ aller Deutschen für gemeinnützige Zwecke. Das macht allen Organisationen zu schaffen, uns eingeschlossen.

Trotzdem schauen wir immer positiv in die Zukunft, weil wir wissen, wie wichtig unsere Arbeit ist und was sie für die Menschen in Hamburger bedeutet. Das wollen wir noch sichtbarer machen.

Wie wollt ihr Menschen trotzdem zum Spenden bewegen?

Spenden ist eine emotionale Entscheidung. Deshalb wollen wir zeigen, was eine Spende wirklich bewegt und erzählen, wie wir gemeinsam helfen können. Viele Menschen geben uns ihre Kleidung. Aber damit aus einem gespendeten Pullover echte Hilfe wird, braucht es Geld: für Sortierung, Lagerung, Transport. Wenn die Leute das wissen, führt das eher dazu, dass sie eine Geldspende dazulegen – weil sie verstehen, dass beides zusammengehört. 

Dazu kommt die technische Seite: Onlinespenden müssen schnell und unkompliziert funktionieren, mit wenigen Klicks. Und auch unsere Spendendosen auf Events und Festivals werden wir weiter digitalisieren.

Was macht ihr, wenn die Geldspenden trotzdem weiter zurückgehen?

Erstmal tun wir viel dafür, dass das nicht passiert, und wir sind uns sicher, dass es noch genügend Hamburger*innen gibt, die unsere Arbeit gerne unterstützen. Aber wir planen natürlich verantwortungsvoll. Klar ist: Wenn die Finanzierung ausbleibt, können wir unsere Hilfe nicht im gleichen Maße fortführen, wie die Bedarfe an uns herangetragen werden. Langfristig würden uns die Mittel fehlen – für Sachgüter wie Schlafsäcke und Winterschuhe, für die Lagermiete, für unser Team.

In welchen Bereich eurer Arbeit fließt das meiste Geld?

Wenn man auf die Bilanz schaut, ganz klar Personal. Aber die Sachspenden, die wir einsammeln und weitergeben, tauchen in unserer Bilanz gar nicht auf. Der Wert eines gespendeten Pullovers lässt sich kaum seriös ermitteln. Aber damit er dorthin kommt, wo er dringend gebraucht wird, braucht es Menschen, Lagerfläche und Logistik. Nur so wird aus einer gebrauchten Klamotte echte Hilfe. Dazu kommt: Aktuell werden bei uns 34 Stellen vollständig über den Europäischen Sozialfonds und das Jobcenter gefördert. Das heißt, wir begleiten Menschen aus der Langzeitarbeitslosigkeit – geben ihnen Teilhabe und Perspektive. Das wäre ohne diese Förderung nicht möglich; gleichzeitig könnten wir ohne diese Menschen nicht die Logistik für unsere Hilfe stemmen.

Was ist euer größter Wunsch für 2026? Und wie kann man euch konkret helfen?

Wir wollen die Arbeit von Hanseatic Help langfristig auf sichere Beine stellen. Die sozialen Bedarfe in der Stadt steigen leider und gleichzeitig sinken die Spendeneinahmen. Das ist eine Schere, die sich nicht von selbst schließt. Deshalb ist unser größter Wunsch für 2026: dass noch viel mehr Menschen eine Dauerspende einrichten. Das klingt vielleicht unspektakulär, aber es macht unsere Arbeit so viel planbarer. Wer dauerhaft spendet, hilft uns nicht nur einmal, sondern ermöglicht, dass wir wirklich verlässlich helfen können.

Unser Jahr 2025 in Zahlen

Im Netzwerk stärker gemeinsam mehr erreichen

Ein starkes Netzwerk ist die Grundlage unserer Arbeit. In Hamburg verbinden wir engagierte Partner aus Sport, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft, um gemeinsam schnelle und wirkungsvolle Hilfe zu leisten.

Vernetzung im Sport: Reichweite für den guten Zweck

Im Jahr 2025 fiel der Startschuss für eine bedeutende Kooperation mit dem Hamburger SV. Bei einer Spendenannahme am Volksparkstadion konnten nicht nur zahlreiche warme Kleidungsstücke für Menschen in Not gesammelt werden, auch tausende Menschen wurden direkt erreicht.

Diese Sichtbarkeit ist für gemeinnützige Organisationen von unschätzbarem Wert. Denn ohne große Marketingbudgets sind wir auf Partnerschaften angewiesen, um Aufmerksamkeit zu schaffen, um Unterstützer*innen zu gewinnen und unsere Mission weiterzutragen.

Auch die Zusammenarbeit mit dem FC St. Pauli und den Veolia Towers Hamburg trägt maßgeblich zu unserer Reichweite bei. Besonders erfreulich ist zudem das wachsende Engagement im Amateurbereich, etwa durch SC Teutonia von 1910, das unsere Arbeit zusätzlich stärkt.

Vernetzung in der Hamburger Wirtschaft: Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Zahlreiche Unternehmen in Hamburg unterstützen Hanseatic Help bereits seit vielen Jahren und unser Netzwerk wächst stetig weiter. Neue Kooperationen ermöglichen innovative Wege der Hilfe. Um nur einige Beispiele für das vielfältige Engagement Hamburger Firmen zu nennen:

  • – Dauerhafte Sachspendenmöglichkeiten, etwa auf dem Campus von Beiersdorf
  • – Spendensammlungen bei Unternehmen wie Tchibo oder Weischer
  • – Langjährige Partnerschaften, z. B. mit Aurubis, auf deren Weihnachtsmarkt wir ein fester Bestandteil sind

Geldspenden aus der Wirtschaft sind eine zentrale Stütze unserer Arbeit. Gleichzeitig beobachten wir, dass viele Unternehmen aktuell vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehen. Globale Krisen, steigende Kosten und wirtschaftliche Unsicherheiten führen häufig zu begrenzten Budgets.
Unser Wunsch ist daher klar: Im Gespräch bleiben. Denn auch in herausfordernden Zeiten entstehen durch Dialog und Zusammenarbeit neue Ideen und Lösungen. Gemeinsam können wir weiterhin viel bewegen.

Vernetzung im Kulturbereich: Kreative Wege der Unterstützung

Auch die Kulturbranche steht unter finanziellem Druck und zeigt gleichzeitig eindrucksvoll, wie kreative Unterstützung gelingen kann.

So engagiert sich das Ensemble des Deutschen Schauspielhauses Hamburg seit Beginn des Krieges in der Ukraine mit Spendenaufrufen. 2025 konnten dank der großen Spendenbereitschaft des Publikums 87 Sattelzüge mit Hilfsgütern koordiniert werden.

Das Thalia Theater lud uns zu den Lessingtagen sowie zu einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Spielzeiteröffnung 2025/26 ein. Ergänzt wurde dies durch Sachspendensammlungen und Benefizaktionen wie einer Weihnachtslesung zugunsten unserer Arbeit.

Darüber hinaus unterstützen uns zahlreiche Hamburger Kinos, indem sie unsere Spots kostenfrei vor Filmvorführungen zeigen – und so unsere Botschaften in die Stadt tragen.

Social Days: Engagement, das wirkt

Ein starkes Netzwerk zeigt sich auch im Alltag: bei den über 200 Social Days, die 2025 gemeinsam mit Unternehmen umgesetzt wurden.

Mitarbeitende engagieren sich dabei direkt vor Ort und helfen bei der Sortierung von Sachspenden – eine zentrale Voraussetzung für schnelle und effiziente Hilfe. Ohne diese tatkräftige Unterstützung wäre unsere Arbeit im aktuellen Umfang gar nicht leistbar.

Jeder Social Day ist ein wertvoller Beitrag. Deshalb gilt unser besonderer Dank allen Unternehmen, die dieses Engagement möglich machen.

Die Zahlen genauer betrachtet

So arbeiten wir:

Hanseatic Help nimmt an fünf Tagen in der Woche Kleiderspenden in der Soziallogistik-Zentrale entgegen. Das Team in der Halle – bestehend aus Freiwilligen, hauptamtlichen Mitarbeitenden, geförderten Beschäftigten, Bundesfreiwilligen und Praktikant*innen – sichtet und sortiert die Spenden zeitnah und sorgfältig. Anschließend stehen die Hilfsgüter sozialen Einrichtungen zur Verfügung, die diese bedarfsgerecht und kostenfrei bestellen können.

Wer profitiert von unserer Arbeit?

In Hamburg gibt es eine Vielzahl an Hilfseinrichtungen und Beratungsstellen, die täglich Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützen. Besonders Menschen mit geringem oder keinem Einkommen sind auf eine verlässliche Versorgung mit Artikeln des täglichen Bedarfs angewiesen.

Über 200 soziale Organisationen in Hamburg haben 2025 Hilfsgüter bei Hanseatic Help bestellt. Diese stellen wir kostenfrei, bedarfsgerecht und so schnell wie möglich zur Verfügung. 

Vielfältige Einsatzorte unserer Hilfsgüter

Die gespendeten Hilfsgüter kommen in zahlreichen Bereichen zum Einsatz, unter anderem:

  • – Obdachlosenhilfe
  • – Geflüchtetenunterkünfte
  • – Frauenhäuser
  • – Jugendtreffs
  • – Soziale Beratungsstellen
  • – Suchthilfeeinrichtungen
  • – Kitas und Schulen
  • – Krankenhäuser
  • – Kirchengemeinden

Überall dort unterstützen sie Menschen, die dringend Kleidung, Hygieneartikel und weitere lebensnotwendige Dinge benötigen. Die Kleiderspenden sind auch ein wichtiges Zeichen von Solidarität und Hoffnung für die Menschen.

Unterstützung auf Augenhöhe in drei Hanseatic Help Stores

Rund ein Drittel aller Hilfsgüter wird über unsere drei Hanseatic Help Stores am Ballindamm, in der Hamburger Meile und im Phoenix Center verteilt. Hier erhalten Menschen mit geringem Einkommen Zugang zu kostenfreier Kleidung, Schuhen, Heimtextilien und Hygieneartikeln – und das in einem würdevollen Rahmen, der Selbstbestimmung ermöglicht. Unsere Kund*innen können die Artikel selbst auswählen und anprobieren. So schaffen wir ein Angebot auf Augenhöhe, stets mit persönlicher Beratung und einem freundlichen Service.

Hilfe aus Hamburg. Weltweit wirksam.

Nicht alle Spenden werden in Hamburg benötigt. Überschüssige Kleiderspenden senden wir im Rahmen eigener Hilfstransporte oder gemeinsam mit Partnerorganisationen in Krisenregionen weltweit. Außerdem organisiert Hanseatic Help die Abholung und den Transport von anderen Hilfsgütern, wie z.B. medizinischen Gütern, Bau- und Heizmaterial, Lebensmitteln oder sogar Baumaschinen. 

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Ukraine, den armen Ländern in Osteuropa und den europäischen Außengrenzen.

So trägt die Auslandshilfe von Hanseatic Help dazu bei, Menschen auch international in Notlagen zu unterstützen.

Transparenz & Vereinsdokumente

Unsere Finanzmittelübersicht des letzten und vorletzten Jahres und weitere Informationen zu unserer Organisationsstruktur und Arbeitsweise zum Herunterladen.

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Johannes Tomczak

Kooperationen & Fundraising

Johannes Tomczak

Unsere Projekte

Es gibt viele Herausforderungen in dieser Stadt und darüber hinaus. Um ihnen zu begegnen, haben wir einige Projekte initiiert, die wir dir im Folgenden vorstellen.

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